13.08.2015 – Bullet for my Valentine – Venom – ReleaseParty

Venom (Album Cover)
VENOM

Prelisten „Playing God“ von der Deluxe-Edition

Goodies gibt’s um 0 Uhr am Dragonfloor DJ-Pult

Bullet For My Valentine zeigen sich kampfeslustig wie nie zuvor mit dem trefflich betitelten VENOM (Sony Music).

 Das walisische Energiebündel – Matt Tuck [Gesang, Gitarre], Michael “Padge” Paget [Gitarre] und Michael “Moose” Thomas [Drums] – hält nichts zurück und schlägt keine Haken. Als es an das fünfte Studioalbum ging, zogen alle am selben Strang.

 “Wir wollten eine Platte abliefern, die einfach nur uns darstellt – innen wie aussen,” bekräftigt Tuck. “Wir haben darüber nachgedacht, was uns ausmacht und wofür die Band von Anfang an stand. Diese Energie wollten wir zurückholen und sie freisetzen – aus dem simplen Grund, weil wir das müssen. Und genau das haben wir dann getan.”

 Nach dem Mammut-Tourplan zu Temper Temper (2013), das auf # 1 der Billboard Hard Music Albumcharts und in die Top 15 der Billboard Top 200 einstieg, fokussierte sich die Band um. Nachdem man sich freundschaftlich von Original-Bassist Jason “Jay” James trennte, ging man den Aufnahmeprozess mit einem neuen Blickwinkel an.

 In der Vergangenheit fanden Songwriting-Sessions in kompakten Zeiträumen statt. Bei VENOM jedoch wurde mit Unterbrechungen sechs Monate lang in Padges eigenem Studio gearbeitet, was dem Material die Möglichkeit gab, Form anzunehmen – die Visionen der Band konnten sich frei entfalten. Anstatt mit einem fremden Produzenten zu arbeiten, schloss man sich erneut mit Colin Richardson [Slipknot, Machine Head, Trivium] kurz, der schon bei der Debüt-EP Hand of Blood und den mit Gold veredelten Meisterwerken The Poison (2005) und Scream Aim Fire (2008)Hand anlegte. Mit an Bord: Co-Producer Carl Bown.

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“Wir wollten jetzt keine Verbrüderungs-Arien bei den Aufnahmen,” erklärt Tuck. “Wir wollten keine Reibereien, was Egos, Persönlichkeiten, Sinn für Humor und so weiter angeht. Wir haben Colin angerufen, und der hat uns mit Carl zusammengebracht, da die beiden in den letzten fünf Jahren praktisch an allem gemeinsam gesessen sind. Wir haben einfach darüber gesprochen, wie das Album klingen soll, was wir damit erreichen wollen, was uns ankotzt, was wir als Schwächen empfinden, und was als Stärken. Wir haben unser Herz ausgeschüttet. Das hat sich so echt angefühlt, und die Connection war einfach sofort da. Wieder mit Colin in einem Raum zu sein war einfach das beste Gefühl. Das hat viel zum Klangbild des Albums beigetragen.”

 Die Musiker verschanzten sich von Februar bis April 2015 in den Londoner Metropolis Studios. Tuck kümmerte sich um die Bassspuren während der Aufnahmen und sorgte für eine lebhaftere, energiegeladenere und bissigere Instrumental-Attacke an allen Fronten.

 “Wir haben alles in die Tonne gekloppt, was auch nur ansatzweise zu melodisch oder poppig war,” grinst der Frontmann. “Wir wollten alles so düster wie möglich halten, und es war uns sehr wichtig, dass die Platte eindringlich klingt. Das haben unsere Fans vom ersten Tag an am meisten geliebt.”

 Die Einleitung von VENOM kommt in Form des Openers “No Way Out”: ein martialischer und gleichzeitig ausgeklügelter Aufschrei, der beinahe schon technisch und äußerst tight losthrasht. Der Song hat in lediglich zwei Wochen seit Veröffentlichung im Mai 2015 über 1 Million YouTube/VEVO-Views angesammelt und somit Tucks Theorie bestätigt.

 “Der Song streift meine Jugendtage, als ich in einer beschissenen Ecke von Wales aufwuchs, wo es keine Hoffnung für niemand gab,” seufzt er. “Man geht auf eine beschissene Schule. Den Lehrern bist du scheissegal. Keiner unterstützt dich oder zeigt dir eine Richtung auf, die gut für dich wäre. Ich wollte immer nur etwas mit Musik machen, aber sie haben mich nicht gelassen. Der Song dreht sich also darum, sich eingesperrt zu fühlen und nicht zu wissen, wie man sich und seine Ambitionen ausdrücken kann. Für mich war es so, als könnte ich nichts in meinem Leben entfliehen. ‘No Way Out’ fängt diese Frustration ein. Ich habe diesen dunklen Gemütszustand wiederentdeckt und genutzt.”

 Dann ist da noch die erste Single “You Want a Battle? (Here’s a War).” Ein bombastischer Beat ergiesst sich in einen hymnischen Refrain, der nur darauf wartet, live aus tausenden Kehlen geechot zu werden. Gleichzeitig entfesseln Tuck und Padge ein Gitarren-Kreuzfeuer, das in Fret-schmelzende Leads mündet. Eine persönliche Angelegenheit für den Frontmann.

 “Als ich zur Schule ging, habe ich öfters mal auf die Fresse bekommen, weil ich Musiker war und lange Haare hatte” erzählt er. “In mir hat sich soviel Wut darüber angestaut, ständig ausgelacht und verprügelt zu werden. Das wollte ich nicht länger hinnehmen. Diese Single hat eine grosse Aussage, mit der sich bestimmt viele unserer Fans – sei es in meinem Alter oder jünger – identifizeren werden. Wir machen alle schwere Zeiten durch, aber da gibt es Licht am Ende des Tunnels.”

 Der Titeltrack “Venom” verweist auf die Vorliebe der Band für dunkle, nachdenkliche Balladen und bietet auf der Hälfte des Albums einen emotionalen und bildhaften Rückzugspunkt von der gnadenlosen Aggressivität.

 “Es ist ein finsteres Liebeslied, und sowas haben wir immer gerne mit dabei,” gibt er zu. “Es geht darum, in einer Beziehung mit einer anstrengenden Person zu sein. VENOM bezieht sich auf jemanden, der für dich einfach nur Gift ist – hässlich, gefährlich und schlecht für dich. Du willst die Beziehung nicht mehr haben. Der Song hat Ecken und Kanten, aber auf eine melodische, schöne Art und Weise. Der Prüfstein für unser Wirken.”

 Mit diesem “Wirken” haben sich BFMV auf Lebzeiten einen Platz im Olymp des Modern Metal gesichert. Ein internationals Phänomen, dem es gelang, bislang weltweit über 5 Millionen Alben zu verkaufen. Man erreichte über 220 Millionen Plays auf Youtube und zierte die Titel von Magazinen wie dem Revolver, Alternative Press bis hin zu Metal Hammer, Kerrang! und Total Guitar. Die Band heimste 2006 und 2010 den Metal Hammer “Golden God” Award als “British Band” ein und gewann sage und schreibe sieben Kerrang! Awards. Bei ihren Auftritten von Download UK bis hin zum Rockstar Mayhem Festival in Nordamerika bleibt kein Stein auf dem anderen.

 Jetzt durch den Waliser Landsmann Jamie Matthias als Bassist und Backing-Sänger verstärkt, werden Bullet For My Valentine VENOM auf Tour mit einem der grössten Metal-Packages entfesseln: Summer’s Last Stand mit Slipknot und Lamb of God. Alles deutet darauf hin, dass diese Musiker dem Genre mit VENOM einen absoluten Meilenstein kredenzen.

 “Es wäre fantastisch, wenn jeder Spass mit den Songs hätte und sich danach denkt ‘Bullet sind so unersetzlich. Was für ein fettes Album.’ Diese Platte ist unsere beste meiner Meinung nach. Wir wollten das Ganze nicht überfrachten oder überproduzieren. Wir haben genutzt, wofür diese Band von Anfang an stand. Wir haben alles einfach gehalten und lassen die Songs für sich sprechen.”

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