LAMB OF GOD »VII: Sturm und Drang« Release-Party 23.7.2015

Lamb Of God - VII - Sturm Und Drang
Photocredit : Travis Shinn

 LAMB OF GOD

»VII: Sturm und Drang«

VÖ: 24. Juli 2015

Release-Party 23.07.2015

Für all seine Tiefe, Vielfalt und seine weitreichende Ausrichtung braucht der Modern Metal seine Aushängeschilder, Helden und Anführer. LAMB OF GOD bliesen in den letzten 15 Jahren an vorderster Front der harten Musik alles gnadenlos weg und behielten die wesentlichen Werte des Metal – Ehrlichkeit, Intensität und Kreativität – bei, während sie waghalsig die Grenzen erweiterten und abseits der Metal-Schublade dachten. Nachdem sie sich 2000 mit ihrem bahnbrechenden Debüt »New American Gospel« ins Rampenlicht katapultierten, löste das Quintett aus Virginia zu Beginn des 21. Jahrhunderts unbeabsichtigt die sogenannte ‚New Wave Of American Metal‘ aus; seitdem ließen sie eine Reihe von Hit-Alben mit großem kommerziellem Erfolg vom Stapel und betourten die Welt unerbittlich. Die Kombination des fiesen Knurrens und Gebrülls von Sänger Randy Blythe, die Präzisionsattacken der Gitarristen Willie Adler und Mark Morton und das markerschütternde Rumpeln der Rhythmus-Abteilung um John Campbell (Bass) und Chris Adler (Schlagzeug) haben die Vorstellung des aggressiven Metal in der Moderne verfeinert und neu definiert.

Line up: LAMB OF GOD online:
Randy Blythe | Gesang
Mark Morton | Gitarre
Willie Adler | Gitarre
John Campbell | Bass
Chris Adler | Schlagzeug
www.lamb-of-god.com
www.facebook.com/lambofgod
www.nuclearblast.de/lambofgod

Von der wilden Grausamkeit von »As The Palaces Burn« (2003) und seinem makellosen Nachfolger »Ashes Of The Wake« (2004) bis zur Massentauglichkeit und der melodischen Vielschichtigkeit von »Sacrament« (2006) war der Weg zum Ruhm der Band stetig und unaufhaltsam. Im Laufe der Zeit veröffentlichten sie ihr Album »Wrath« (2009), das bis auf #2 der US Billboard-Charts stieg, und LAMB OF GOD waren schlicht eine der größten Metal-Bands des Planeten, mit einer gewaltigen Fan-Schar weltweit und einem beeindruckenden Ruf als Live-Band. Zahlreiche Headliner-Touren und Festival-Auftritte trugen zu ihrem Status als Bannerträger der Musik der härteren Gangart bei. Das Album »Resolution« (2012) stand für eine überraschende Weiterentwicklung des Bandsounds, da es einen lobenswerten Grad an experimenteller Leidenschaft und akustischer Breite aufwies. Es setzte die Erfolge der vorherigen Jahre fort und schlug in den US Billboard-Charts auf #3 ein; damit führte es in eine neue Ära der Anerkennung und des Erfolgs.

LOG
Was danach geschah, ist bekanntlich gut dokumentiert. Die Gerichtsverhandlungen und die Mühen von Sänger Randy Blythe in Tschechien – wo er wegen vorsätzlicher Körperverletzung an einem Fan bei einer LOG-Show in Prag 2010 angeklagt wurde und vor einer langen Haftstrafe stand – bedrohten zeitweise sowohl seine Freiheit als auch die Zukunft der Band. Nachdem er schließlich von allen Vorwürfen freigesprochen war, sprach Randy ausführlich über seine Erfahrungen und obwohl es falsch wäre, zu sagen, dass das neue LAMB OF GOD-Album – »VII: Sturm und Drang« – die Geschichte dieser düsteren Tage widerspiegelt, wurde die Richtung der Texte, die er diesmal einschlug, zweifelsfrei davon beeinflusst.
„Daran führte kein Weg vorbei, meine Reise in der geschlossenen Wohnanlage in Europa war der Ausgangspunkt für das Songwriting dieses Albums“, erklärt er. „Den Opening-Track ‚Still Echoes‘ habe ich fast am Stück geschrieben. Kennst du den MISFITS-Song ‚London Dungeon‘, der davon handelt, dass sie ins Gefängnis kommen? Ich muss sagen, dass ich ein großer MISFITS-Fan bin, weshalb ich dachte, dass ich mein eigenes ‚London Dungeon‘ schreiben sollte, nur dass er nicht in London spielt. Ich habe auch Teile von ‚512‘ geschrieben als ich dort war, folglich hatte ich diese zwei Dinge. Ich vermute, dass das dortige Schreiben auch eine Art Aufrechterhaltung meiner Moral war. Ich lasse meiner Kreativität freien Lauf, wenn ich stürmische Zeiten durchmache und mich nichts anderem zuwenden kann. Ich zücke den Stift…“

Mit einem solch dramatischen Einstiegszeitpunkt für den Schreibprozess des siebten LAMB OF GOD-Albums konnte es keine fröhliche Angelegenheit werden. Inspiriert von den ursprünglichen Text-Ideen, haben Randy Blythe und Gitarrist Mark Morton eine Sammlung an düsteren und bedrohlichen, jedoch eigentlich nachdenklichen Texten für »VII: Sturm und Drang« – ein Album das sich mit außergewöhnlichen Alltagsumständen und der Fähigkeit der Menschheit, die heftigsten Stürme auf der fortlaufenden Suche nach Frieden und Zufriedenheit zu überleben, auseinandersetzt – heraufbeschworen.

„Es ist eine Platte über Leute, die sich in Ausnahmesituationen befinden“, sagt Randy. „»Sturm und Drang« – das umfasst alles auf dem Album wirklich perfekt. Offensichtlich begann alles damit, dass ich im Gefängnis war, aber es ist nicht mein Gefängnis-Album. Der Song ‚512‘ fragt: ‚Wie gehe ich damit um?‘ Jeder, der schon einmal eingesperrt war, wird vermutlich verstehen, was ich damit ausdrücken möchte. Er handelt von der brutalen psychischen Veränderung, die du durchmachst, wenn du inhaftiert wirst, da es überhaupt keine normale Situation ist. Leute im Gefängnis handeln hundertprozentig anders als Leute, die draußen sind. Es ist eine andere Welt.“

Wenn man es ganzheitlich betrachtet, beinhaltet »VII: Sturm und Drang« sämtliche Songs, die aus Randys Faszination dafür entstanden sind, sich näher mit den Schrecken der Geschichte, der Stärke der Menschheit und unserem niemals endenden Kampf gegen bedrückende, unehrliche Regimes zu befassen. Der Abschlusstrack ‚Torches‘ geht auf die Geschichte von Jan Palach zurück, einen Tschechen, der sich selbst auf dem Wenceslas-Platz anzündete, um gegen die Invasion der Sowjetunion in der Tschechoslowakei zu protestieren. Das furiose ‚Engage The Fear Machine‘ handelt von den manipulierten Massenmedien, die die Menschen kontrollieren, indem sie Angsttaktiken anwenden und unverblümt lügen, um Furcht und Paranoia zu verbreiten, wie vor Kurzem mit der weltweiten Angst vor Ebola, die skrupellose Sender ausnutzten. Währenddessen diente das Attentat auf Reinhard Heydrich, den ‚Metzger von Prag‘ und Drahtzieher der Endlösung der Nazis, als Inspirationsquelle für die Brutalität des haarsträubenden ‚Anthropoid‘. Seine Attentäter wurden verraten und fanden sich in der Krypta einer örtlichen Kirche gefangen wieder, gemeinsam mit 800 SA-Männern, die auf Rache sinnten.

„Sie haben die Nazis acht Stunden lang aufgehalten“, erklärt Randy. „Diese Männer haben sie bis zur letzten Patrone bekämpft und dann Selbstmord begangen, um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Du kannst in diese Krypta in Prag gehen, wie ich es getan habe, und dir ansehen, wo diese Jungs versucht haben, sich einen Weg zur Kanalisation zu graben. Das ist äußerst schwierig. Das waren überragende Männer. Da sieht man, was man aus sich herausholen kann, wenn es darum geht, Charakter zu zeigen und das Richtige zu tun. Die Umstände können kaum extremer als in diesem Fall sein.“

Um der schrillen Eindringlichkeit der Texte gerecht zu werden, musste die Musik auf LAMB OF GODs siebtem Album sowohl kraftvoll als auch emotional clever sein. Wie die vorherigen Werke, beinhaltet »VII: Sturm und Drang« alle Merkmale, die man an LOG schätzt, das Album beruht jedoch, wie sein Vorgänger »Resolution«, nicht auf einem einfachen Schema. Stattdessen ist es, von der dreschenden Muskelkraft von ‚Erase This‘ zum erstaunlich melodischen Gesang und der ansteigenden Lautstärke (?) von ‚Overlord‘, von den schädelspaltenden Grooves von ‚Still Echoes‘ bis zu ‚Embers‘‘ herzzerreißender Mischung aus Zerbrechlichkeit und Erhabenheit, ein Zusammenschluss der Werte, die LAMB OF GOD lange aufrechterhalten haben bzw. ein mutiger Schritt in neues Gebiet, das erneut die Erweiterung der einzigartigen Vision der Band ankündigt. Abgerundet durch Gast-Beiträge von DEFTONES-Fronter Chino Moreno (auf ‚Embers‘) und Greg Puciato von THE DILLINGER ESCAPE PLAN (auf dem gewaltigen Abschluss-Track ‚Torches‘), ist »VII: Sturm und Drang« ein zusammenhängendes, gebündeltes und emotional-niederschmetterndes Stück Arbeit.

Photocredit : Travis Shinn
Photocredit : Travis Shinn

„Die letzten Jahre waren auf jeden Fall ein einzigartiger Abschnitt für uns, der sich mit nichts, das wir zuvor durchgemacht haben, vergleichen lässt“, stellt Mark Morton fest. „Aber für mich hat sich der Ablauf beim Komponieren nicht verändert. Ich spiele einfach Gitarre und wenn sich dabei etwas Cooles ergibt und ich es als passend für LAMB OF GOD empfinde, notiere ich es und füge es in meine Liste für den Zukünftiges ein. Dieses Mal war der Unterschied, dass Willie (Adler, LOG-Gitarrist) und ich mehr als jemals zuvor zusammengearbeitet haben. Es entstand alles aus Happen, die Willie und ich zusammengetragen haben und die wir zu Songs verschmelzen ließen – mit tollen Ergebnissen.“

„Wir haben ausgemacht, dass wir eine Platte mit 10 Tracks machen“, bemerkt Randy. „Der Gedanke, der hinter einem Album steckt, geht heutzutage verloren und ich glaube, ein Grund dafür ist, dass jetzt jede verdammte Platte 18 Songs lang ist. Alben sollten eigentlich lediglich Momentaufnahmen sein und definieren, wo die Band zu diesem Zeitpunkt war. Ich denke, dass derzeit viel zu viel geschrieben wird… das Konzept ‚Mehr ist besser‘ halte ich für unsinnig. Also haben wir uns schließlich für zehn Songs entschieden. Josh hat Mark und Willie wirklich eingebunden. Die Beiden schreiben die Melodien, anstatt vollständige Eigenkompositionen einzubringen – und davon hatten wir einige auf den vergangenen Alben – und arbeiten durch ihn mehr zusammen. Das geschah bei diesem Album ziemlich häufig und ich denke, dass es im Endeffekt dadurch eine viel kompaktere und stärkere Platte geworden ist.“

Nachdem sie Zeiten durchlebt haben, die andere Bands auf ihrem Weg aufgehalten hätten, sind LAMB OF GOD 2015 mit erneuerter Zielstrebigkeit und Blick nach vorne zurück. Sie werden im Sommer 2015 eine komplette Europa-Festival-Tour und als Direktsupport für SLIPKNOT die ‚Summer’s Last Stand‘-Tour durch Nordamerika spielen, bei der auch BULLET FOR MY VALENTINE und MOTIONLESS IN WHITE dabei sein werden. LAMB OF GOD sind bereit, alles niederzuwalzen.

„Es wird cool, rauszugehen, die Welt zu bereisen und das neue Material für die Fans zu spielen“, sagt Randy. „Ich versuche, wie immer, Dinge zu entdecken, die mir noch unbekannt sind, rauszugehen und auch zu fotografieren und zu schreiben.“

„Ich bin sehr froh, dass das mit den Jungs immer noch läuft und wir um die Welt touren“, erklärt Mark. „Es ist eine Ehre, die ich nicht als selbstverständlich ansehe. Es ist großartig, ein Teil von etwas zu sein, das so cool wie LAMB OF GOD ist.“

Dom Lawson, Juni 2015

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